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gFM-NEXT auf SchallOS verbindet FileMaker, Runtimes, KI und moderne Webtechnologien

gFM-NEXT und SchallOS

Manchmal entstehen die interessantesten Entwicklungen aus Entscheidungen, die Jahrzehnte zurückliegen. Als ich 1994 zum ersten Mal mit FileMaker 2.1 gearbeitet hatte, konnte ich nicht ahnen, dass daraus einmal eine mehr als 30-jährige Reise durch die Welt der Softwareentwicklung werden würde. Damals war FileMaker noch ein vergleichsweise einfaches Datenbankprogramm. Meine ersten Anwendungen waren überschaubar, aber die Begeisterung war sofort da. Endlich konnte man eigene Ideen umsetzen, Daten strukturieren und Anwendungen entwickeln, ohne Informatik studiert zu haben.

In den folgenden Jahrzehnten entstanden daraus zahlreiche Projekte, Kundenlösungen und schließlich gFM-Business – ein vollständiges ERP-System mit CRM, Faktura, Lagerverwaltung, Projektmanagement und vielen weiteren Modulen. Über die Jahre wurden tausende Felder, hunderte Prozesse und unzählige Geschäftsabläufe modelliert und dokumentiert.

Heute stehen wir jedoch an einem Punkt, an dem sich die Softwareentwicklung erneut grundlegend verändert. Der Auslöser ist diesmal nicht eine neue Datenbank, eine neue Programmiersprache oder ein neues Betriebssystem. Der Auslöser ist künstliche Intelligenz.

Warum sich Softwareentwicklung gerade grundlegend verändert

Viele Diskussionen über KI drehen sich um Texte, Bilder oder Chatbots. Für Entwickler liegt die eigentliche Revolution jedoch an einer ganz anderen Stelle.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Softwareentwicklung ist es möglich, mit einem KI-System auf Augenhöhe über Architektur, Datenstrukturen, Benutzeroberflächen und Geschäftsprozesse zu sprechen. Die KI erzeugt nicht nur Code, sondern versteht zunehmend Zusammenhänge, Regeln und Konzepte.

Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt der Entwicklung. Früher bestand ein großer Teil der Arbeit darin, technische Details umzusetzen. Heute wird immer wichtiger, die richtigen Strukturen, Regeln und Ziele zu definieren. Die Umsetzung kann anschließend zu einem erheblichen Teil automatisiert erfolgen.

Gerade für Entwickler mit langjähriger Erfahrung eröffnet das neue Möglichkeiten. Wissen, das früher ausschließlich im Kopf eines Entwicklers vorhanden war, kann dokumentiert, strukturiert und durch KI nutzbar gemacht werden.

Dieser Artikel soll keine klassische Produktankündigung sein. SchallOS befindet sich in einer aktiven Entwicklungsphase. Viele Komponenten existieren bereits, andere entstehen derzeit Schritt für Schritt. Der interessante Teil ist deshalb nicht das fertige Produkt, sondern der Weg dorthin.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren entsteht eine Plattform, die nicht einfach bestehende Konzepte kopiert, sondern bewusst versucht, jahrzehntelang aufgebautes Fachwissen mit den Möglichkeiten moderner KI-Systeme zu verbinden. Dabei geht es nicht darum, Bewährtes wegzuwerfen. Im Gegenteil. Die zentrale Frage lautet:

Wie kann man bestehende Lösungen, bestehendes Wissen und bestehende Erfahrungen in eine neue technologische Generation überführen?

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für neue Plattformen ist

gFM-NEXT - KI-gestützte Business-PlattformDie vergangenen Jahrzehnte waren geprägt von immer leistungsfähigeren Systemen. Gleichzeitig wurden viele Entwicklungsumgebungen komplexer. Cloud-Dienste, Schnittstellen, Sicherheitsanforderungen, Deployment-Prozesse und Integrationen sorgen dafür, dass selbst vergleichsweise einfache Anwendungen heute oft deutlich aufwendiger umzusetzen sind als früher.

Gleichzeitig bietet KI Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären. Dadurch entsteht ein Zeitfenster, das vermutlich nur selten in dieser Form auftritt. Bestehende Systeme funktionieren weiterhin zuverlässig. Gleichzeitig entstehen völlig neue Werkzeuge, die eine andere Art der Softwareentwicklung ermöglichen.

Genau an dieser Schnittstelle entsteht derzeit das SchallOS Business-Betriebssystem. Nicht als Ersatz für alles Bestehende, sondern als Versuch, die Stärken klassischer Rapid-Development-Systeme mit modernen Webtechnologien, KI-Unterstützung und einer neuen Architektur zu verbinden.

Das Problem heutiger Geschäftsanwendungen

Die meisten erfolgreichen Geschäftsanwendungen sind nicht in einem Jahr entstanden. Sie wachsen über viele Jahre hinweg. Neue Anforderungen kommen hinzu, Kundenwünsche werden umgesetzt, gesetzliche Vorgaben ändern sich und technische Entwicklungen machen Erweiterungen notwendig. Das Ergebnis sind häufig Systeme mit beeindruckendem Funktionsumfang.

Gleichzeitig entsteht jedoch eine zunehmende Komplexität. Viele Unternehmen arbeiten heute mit Lösungen, die über Jahre oder sogar Jahrzehnte gewachsen sind. Oft existiert umfangreiches Wissen über Prozesse und Zusammenhänge nur noch bei wenigen Personen. Neue Entwickler benötigen viel Zeit, um sich einzuarbeiten. Änderungen werden dadurch zunehmend schwieriger.

Das ist kein Fehler der ursprünglichen Systeme. Es ist eine natürliche Folge langfristiger Entwicklung.

Immer mehr Schnittstellen

Moderne Geschäftsanwendungen stehen heute selten allein. Sie kommunizieren mit Webshops, Buchhaltungssystemen, Versanddienstleistern, Banken, KI-Diensten, CRM-Systemen und zahlreichen weiteren Plattformen.

Jede zusätzliche Schnittstelle schafft neue Möglichkeiten. Gleichzeitig erhöht sie den Wartungsaufwand. API-Versionen ändern sich. Anbieter verändern ihre Dienste. Sicherheitsstandards werden angepasst. Aus einer ursprünglich einfachen Anwendung entsteht schrittweise ein komplexes Netzwerk von Abhängigkeiten.

Viele Entwickler verbringen inzwischen mehr Zeit mit Integration und Wartung als mit echter Weiterentwicklung.

Immer mehr Cloud-Komplexität

Cloud-Dienste bieten zweifellos viele Vorteile. Gleichzeitig entsteht häufig eine technische Komplexität, die für kleine und mittlere Unternehmen kaum noch nachvollziehbar ist.

Server, Zertifikate, Hosting, Containerisierung, Benutzerverwaltung, Monitoring und Sicherheitsrichtlinien sind wichtige Themen. Sie erzeugen jedoch auch einen erheblichen Verwaltungsaufwand.

Viele Unternehmen wünschen sich heute vor allem eines: Eine Lösung, die funktioniert. Nicht jeder Anwender möchte sich mit technischen Details beschäftigen. Viele möchten sich auf ihre eigentlichen Geschäftsprozesse konzentrieren.

Wartung statt Innovation

Ein weiteres Problem vieler etablierter Systeme besteht darin, dass immer größere Teile der Entwicklungszeit für Wartung verwendet werden. Fehlerkorrekturen, Anpassungen und technische Aktualisierungen sind notwendig. Gleichzeitig bleibt immer weniger Raum für echte Innovation. Viele Entwickler kennen das Gefühl, dass gute Ideen vorhanden sind, aber die Zeit fehlt, diese konsequent umzusetzen.

KI verändert dieses Verhältnis erstmals spürbar. Wenn ein Teil der technischen Umsetzung automatisiert werden kann, entsteht wieder Raum für Architektur, Kreativität und neue Konzepte.

Warum klassische Skriptlogik an Grenzen stößt

Viele Entwicklungsplattformen basieren noch immer auf Konzepten, die vor Jahrzehnten entstanden sind. Skripte werden aufgerufen. Trigger reagieren auf Ereignisse. Menüs werden aufgebaut. Benutzeroberflächen werden aus vielen einzelnen Objekten zusammengesetzt.

Diese Ansätze funktionieren. Die Frage lautet jedoch, ob sie auch in Zukunft noch der effizienteste Weg sind. Wenn eine KI heute in der Lage ist, Geschäftsregeln zu verstehen, Zusammenhänge zu analysieren und komplexe Komponenten zu erzeugen, entsteht zwangsläufig eine neue Denkweise.

Statt hunderte Einzelobjekte und zahlreiche Skripte miteinander zu verbinden, könnten künftig wenige intelligente Komponenten einen Großteil der Funktionalität übernehmen.

Genau an dieser Stelle setzt die Entwicklung von SchallOS an. Nicht weil bestehende Konzepte falsch wären, sondern weil neue Werkzeuge inzwischen andere Möglichkeiten eröffnen.

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Was KI für Entwickler wirklich verändert

Wenn heute über künstliche Intelligenz gesprochen wird, denken viele Menschen zuerst an Chatbots, automatische Übersetzungen oder Bilderzeugung. Für Entwickler liegt die eigentliche Revolution jedoch an einer ganz anderen Stelle.

KI verändert nicht nur die Geschwindigkeit der Softwareentwicklung. Sie verändert die Art, wie Software überhaupt entsteht. Früher begann nahezu jede neue Funktion mit technischem Handwerk. Man musste Tabellen anlegen, Felder definieren, Skripte schreiben, Benutzeroberflächen erstellen und zahllose Details miteinander verbinden. Selbst kleine Änderungen konnten überraschend viel Zeit kosten.

Heute kann ein Entwickler einer KI erklären, was er erreichen möchte. Die KI übernimmt anschließend einen großen Teil der technischen Umsetzung. Der Entwickler wird dadurch nicht überflüssig. Seine Rolle verändert sich vielmehr vom reinen Umsetzer hin zum Architekten und Entscheider.

Die eigentliche Herausforderung besteht nicht mehr darin, Code zu schreiben. Die Herausforderung besteht darin, die richtigen Strukturen zu entwickeln und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Warum Erfahrung plötzlich wichtiger wird

Ein interessanter Nebeneffekt der KI-Revolution wird häufig übersehen. Viele Menschen gehen davon aus, dass künstliche Intelligenz Erfahrung entwertet. In der Praxis beobachte ich aktuell genau das Gegenteil. Je mehr Erfahrung jemand besitzt, desto besser kann er die Möglichkeiten moderner KI-Systeme nutzen.

Wer seit zwanzig oder dreißig Jahren in einem Fachgebiet arbeitet, kennt die typischen Probleme, die Schwachstellen bestehender Systeme und die Wünsche der Anwender. Dieses Wissen lässt sich heute erstmals direkt in die Entwicklung neuer Lösungen einbringen.

Die KI ersetzt dieses Wissen nicht. Sie verstärkt es. Dadurch entsteht eine Situation, die es in dieser Form bisher kaum gegeben hat. Jahrzehntelang aufgebautes Fachwissen kann plötzlich in einem Tempo umgesetzt werden, das früher ganze Entwicklerteams benötigt hätte.

Semantische Schichten statt kryptischer Logik

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Verständlichkeit von Software. Viele Systeme bestehen aus tausenden technischen Details. Variablen, Skripte, Trigger und Spezialfälle wachsen über Jahre hinweg zu komplexen Strukturen zusammen. Neue Entwickler benötigen oft Monate, um die Zusammenhänge vollständig zu verstehen.

Deshalb spielt die semantische Ebene künftig eine deutlich größere Rolle. Ein modernes System sollte nicht nur wissen, dass ein Feld existiert. Es sollte auch verstehen, warum dieses Feld existiert. Ein Beispiel:

Ein Feld mit dem Namen „Tage_Faelligkeit_mit_Skonto“ enthält bereits deutlich mehr Information als ein kryptischer Name wie „Feld_4711“.

Wenn zusätzlich dokumentiert ist, welche Bedeutung dieses Feld hat, wie es verwendet wird und in welchem Zusammenhang es steht, entsteht eine Wissensbasis, die sowohl Menschen als auch KI-Systeme verstehen können.

Genau aus diesem Grund wurde gFM-Business über viele Jahre hinweg konsequent dokumentiert. Tausende Felder, Prozesse und Zusammenhänge wurden beschrieben. Was ursprünglich für Entwickler und Anwender gedacht war, entwickelt sich heute zunehmend zu einer semantischen Wissensschicht für KI-Systeme.

Dokumentation als Wettbewerbsvorteil

Lange Zeit galt Dokumentation in vielen Softwareprojekten als notwendiges Übel. Sie wurde oft vernachlässigt oder erst am Ende eines Projekts erstellt. In vielen Unternehmen existieren Systeme, deren ursprüngliche Entwickler längst nicht mehr verfügbar sind. Das Wissen über wichtige Zusammenhänge ist teilweise verloren gegangen.

Mit KI verändert sich auch dieser Blickwinkel. Dokumentation wird plötzlich zu einem strategischen Vorteil. Eine KI kann nur dann gute Ergebnisse liefern, wenn sie die zugrunde liegenden Strukturen versteht. Gut dokumentierte Systeme besitzen deshalb einen enormen Vorsprung gegenüber Lösungen, deren Wissen ausschließlich in den Köpfen einzelner Entwickler gespeichert ist.

Diese Erkenntnis hat auch die Entwicklung von SchallOS stark beeinflusst. Die Plattform soll nicht nur Code verwalten. Sie soll Wissen verwalten.

Warum Jahrzehnte Fachwissen plötzlich Gold wert sind

Wenn man über moderne Softwareentwicklung spricht, wird häufig über neue Programmiersprachen, Frameworks oder Cloud-Technologien diskutiert. Mindestens genauso wichtig ist jedoch eine andere Frage:

Welches Wissen wurde in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut?

Nach mehr als dreißig Jahren FileMaker-Entwicklung sind viele Erkenntnisse zusammengekommen. Nicht nur technische Erfahrungen, sondern vor allem Erfahrungen über Geschäftsprozesse, Anwenderverhalten und praktische Anforderungen im Alltag von Unternehmen.

Dabei wurde auch deutlich, wo klassische Entwicklungsplattformen an ihre Grenzen stoßen. In FileMaker mussten über viele Jahre hinweg zahlreiche Workarounds entwickelt werden. Felder wurden übereinandergelegt, weil bestimmte Darstellungsformen anders nicht möglich waren. Skripte mussten komplexe Aufgaben übernehmen, die eigentlich Bestandteile der Plattform hätten sein sollen. Viele Lösungen funktionierten hervorragend, waren aber häufig kleinteilig und aufwendig in der Wartung.

Diese Erfahrungen waren ein wichtiger Ausgangspunkt für die Entwicklung von SchallOS. Die zentrale Idee bestand nicht darin, FileMaker zu kopieren oder zu ersetzen. Die zentrale Idee bestand darin, eine ähnliche Entwicklungsphilosophie in eine modernere Architektur zu überführen.

  • Eine Architektur, die weniger aus tausenden Einzelobjekten besteht und stärker auf wiederverwendbare Funktionscontainer setzt.
  • Eine Architektur, die KI von Anfang an berücksichtigt.
  • Und eine Architektur, die sich stärker auf Geschäftslogik und Fachwissen konzentriert als auf technische Detailprobleme.

Die eigentliche Stärke künstlicher Intelligenz liegt deshalb nicht darin, mehr Code zu erzeugen. Die eigentliche Stärke besteht darin, jahrzehntelang aufgebautes Wissen schneller und effizienter in funktionierende Software umzusetzen. Genau darin liegt aus meiner Sicht die größte Veränderung für Entwickler.

gFM-NEXT CRM

Die Idee hinter dem SchallOS Business-Betriebssystem

SchallOS - Intelligent Application PlatformSchallOS ist nicht auf dem Reißbrett entstanden. Die Plattform ist das Ergebnis von mehr als drei Jahrzehnten praktischer Entwicklungserfahrung und basiert auf einer Software, die bereits seit fast 14 Jahren produktiv im Einsatz ist.

Als gFM-Business vor vielen Jahren entstand, war das Ziel zunächst relativ überschaubar. Es sollte eine flexible Unternehmenssoftware entstehen, die sich an unterschiedliche Branchen anpassen lässt und die typischen Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen abdeckt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus jedoch deutlich mehr als nur eine klassische ERP-Lösung. CRM, Faktura, Artikelverwaltung, Lager, Projekte, Inventar, Personalverwaltung, Dokumentenmanagement, E-Rechnungen, Schnittstellen und zahlreiche weitere Funktionen kamen hinzu.

Mit jedem Kundenprojekt entstand neues Wissen. Mit jeder Erweiterung wurde die Software umfangreicher. Gleichzeitig entstand eine sehr große Wissensbasis über reale Geschäftsprozesse und die täglichen Anforderungen von Unternehmen.

Besonders wichtig war dabei eine Entscheidung, die zunächst gar nichts mit künstlicher Intelligenz zu tun hatte. Vor einigen Jahren wurde begonnen, gFM-Business konsequent zu dokumentieren. Felder, Tabellen, Prozesse und Zusammenhänge wurden beschrieben und strukturiert erfasst. Damals geschah dies vor allem für offene Lizenzen, Entwickler und Anwender. Heute zeigt sich, dass genau diese Dokumentation eine entscheidende Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe geworden ist.

Denn plötzlich kann nicht nur ein Entwickler diese Informationen nutzen. Auch moderne KI-Systeme sind in der Lage, auf dieses Wissen zuzugreifen und Zusammenhänge zu verstehen.

Warum SchallOS kein FileMaker-Klon ist

Wer die ersten Screenshots von SchallOS betrachtet, erkennt schnell die Wurzeln des Projekts. Das ist auch nicht überraschend. Schließlich stammt ein großer Teil der Erfahrungen und Ideen aus mehr als dreißig Jahren Arbeit mit FileMaker.

Trotzdem war nie geplant, FileMaker einfach nachzubauen. Ein reiner Nachbau hätte wenig Sinn ergeben. Die Welt hat sich verändert. Moderne Browsertechnologien, leistungsfähige Datenbanken, lokale KI-Systeme und neue Entwicklungswerkzeuge eröffnen Möglichkeiten, die es vor zehn oder zwanzig Jahren schlicht nicht gab.

Die eigentliche Frage lautete daher: Wie würde eine Entwicklungsplattform aussehen, wenn man heute noch einmal bei Null beginnen könnte und gleichzeitig das Wissen aus drei Jahrzehnten praktischer Erfahrung mitnehmen würde?

Genau aus dieser Fragestellung entstand SchallOS. Die Plattform übernimmt viele Grundgedanken, die FileMaker erfolgreich gemacht haben. Dazu gehören die schnelle Entwicklung von Geschäftsanwendungen, eine starke visuelle Komponente und die Möglichkeit, komplexe Lösungen ohne riesige Entwicklerteams umzusetzen.

Gleichzeitig wurden viele Dinge bewusst neu gedacht. An die Stelle tausender einzelner Layoutobjekte treten zunehmend Funktionscontainer. An die Stelle komplexer Skriptketten treten semantische Beschreibungen und KI-gestützte Entwicklung. An die Stelle vieler technischer Workarounds treten Plattformfunktionen, die von Anfang an für moderne Webanwendungen konzipiert wurden.

Das Ziel besteht nicht darin, FileMaker zu ersetzen. Das Ziel besteht darin, die nächste Evolutionsstufe zu schaffen.

Wissen bewahren statt neu anfangen

Ein Gedanke stand während der Entwicklung immer wieder im Mittelpunkt. Viele Entwickler haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten enorme Mengen an Wissen aufgebaut. Sie kennen ihre Kunden, ihre Prozesse, ihre Datenstrukturen und ihre Lösungen bis ins Detail. Dieses Wissen ist oft wesentlich wertvoller als der eigentliche Programmcode.

Dennoch erleben viele Unternehmen regelmäßig denselben Kreislauf. Neue Technologien erscheinen am Markt. Alte Systeme werden ersetzt. Bestehende Lösungen werden verworfen und alles beginnt erneut.

Genau diesen Ansatz wollte ich vermeiden. SchallOS entstand aus der Überzeugung, dass bestehendes Wissen nicht verloren gehen darf. Die Investitionen der vergangenen Jahre sollen nicht wertlos werden, nur weil sich die zugrunde liegende Technologie verändert.

Deshalb spielt die Migration bestehender Lösungen eine zentrale Rolle. Nicht nur Daten sollen übernommen werden können. Auch Strukturen, Prozesse, Geschäftslogik und Anwendungswissen sollen möglichst weitgehend erhalten bleiben.

Aus diesem Grund wird die kommende Version gFM-Business 9 eine besondere Bedeutung haben. Sie stellt nicht nur eine weitere Ausbaustufe der bestehenden FileMaker-Lösung dar, sondern bildet gleichzeitig die Brücke zur neuen Plattformgeneration.

Wichtige Neuerungen in gFM-NEXT / SchallOS

FunktionBeschreibungNutzen
FunktionscontainerNavigationen, Dialoge und komplette Module als intelligente Komponenten.Weniger Objekte, bessere Wartbarkeit und KI-Unterstützung.
Semantische SprachschichtObjekte kennen ihre fachliche Bedeutung.Automatische Übersetzungen und intelligente KI-Funktionen.
Beschriftung am FeldBeschriftung ist direkt Bestandteil des Feldobjekts.Bis zu 50 % weniger Layoutobjekte.
Bedingte EingabetypenObjekte können ihren Typ dynamisch ändern.Weniger Workarounds und mehr Flexibilität.
SQL in ObjekteigenschaftenDynamische Inhalte direkt in Beschriftungen und Eigenschaften.Reduziert Hilfsfelder und Skripte.
Smart PasteIntelligente Übernahme bestehender Objekte.Schnellere Migration und Entwicklung.
Container RegistryZentrale Verwaltung aller Komponenten.Versionierung und Wiederverwendung.
KI-gestützte EntwicklungAutomatische Codeerzeugung aus Fachlogik.Deutlich höhere Entwicklungsgeschwindigkeit.

Die Migration bestehender Lösungen

Migration ist in vielen Projekten ein schwieriges Thema. Oft bedeutet Migration, dass Daten exportiert und anschließend in ein völlig neues System importiert werden. Die eigentliche Anwendung muss danach häufig neu aufgebaut werden. Formulare, Abläufe und Oberflächen entstehen erneut. Viel Wissen geht dabei verloren.

Für SchallOS wurde deshalb ein anderer Ansatz gewählt. Die Plattform soll bestehende Lösungen möglichst weitgehend verstehen können. Tabellenstrukturen, Felder, Beziehungen, Layouts und Geschäftsprozesse bilden dabei die Grundlage. Schritt für Schritt entsteht eine Migrationsschicht, die vorhandene Anwendungen analysieren und in moderne Komponenten überführen kann.

Natürlich wird die erste Version noch nicht jede Funktion automatisch erkennen können. Das wäre unrealistisch. Dennoch entsteht bereits heute die Grundlage für eine deutlich intelligentere Form der Migration.

Langfristig soll daraus ein System entstehen, das vorhandene Lösungen nicht nur importiert, sondern ihre Struktur versteht. Genau darin liegt aus meiner Sicht einer der größten Unterschiede zu vielen klassischen Neuentwicklungen.

SchallOS beginnt nicht bei Null. Die Plattform baut auf einer gewachsenen ERP-Lösung, jahrzehntelanger Praxiserfahrung und einer umfangreichen Wissensbasis auf. Dadurch entsteht die Möglichkeit, Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig die Vorteile moderner Technologien zu nutzen. Die Vergangenheit wird dabei nicht ersetzt. Sie bildet vielmehr das Fundament für die nächste Generation von Geschäftsanwendungen.

Impressionen von gFM-NEXT und SchallOS

Funktionscontainer statt Objektchaos

Wer über viele Jahre hinweg Geschäftsanwendungen entwickelt hat, kennt das Problem. Mit jeder neuen Funktion wächst die Anzahl der Objekte auf einem Layout. Zusätzliche Felder werden eingefügt, weitere Buttons ergänzt, neue Skripte geschrieben und immer mehr Sonderfälle berücksichtigt. Irgendwann entsteht eine Anwendung, die zwar hervorragend funktioniert, deren innere Struktur jedoch zunehmend komplex wird.

Gerade in klassischen Entwicklungsumgebungen mussten deshalb häufig kreative Lösungen gefunden werden. Felder wurden übereinandergelegt, um unterschiedliche Darstellungsformen zu ermöglichen. Buttons wurden unsichtbar gemacht und nur unter bestimmten Bedingungen eingeblendet. Zusätzliche Hilfsobjekte übernahmen Aufgaben, die eigentlich Bestandteile der Plattform hätten sein sollen. Diese Techniken funktionieren und haben sich über viele Jahre bewährt. Dennoch erhöhen sie langfristig die Komplexität einer Anwendung.

Während der Entwicklung von SchallOS stellte sich deshalb immer wieder dieselbe Frage:

Wie würde man einen modernen Layoutmodus entwickeln, wenn man heute noch einmal bei Null beginnen könnte?

Ein Layoutmodus für Entwickler

Eine der wichtigsten Anforderungen bestand darin, die Präzision klassischer Rapid-Development-Systeme zu erhalten. Viele moderne Webframeworks bieten zwar enorme technische Möglichkeiten, erreichen jedoch häufig nicht die Effizienz eines gut durchdachten visuellen Layouteditors. Deshalb orientiert sich der Layoutmodus von SchallOS bewusst an den Stärken etablierter Entwicklungsumgebungen.

Raster, Hilfslinien, magnetische Ausrichtung, Mehrfachselektion, Objektgruppierungen und präzise Positionierung gehören selbstverständlich zum System. Ziel war es nie, einen vereinfachten Webeditor zu entwickeln. Ziel war es vielmehr, die Geschwindigkeit und Präzision klassischer Entwicklungswerkzeuge mit einer modernen Architektur zu verbinden.

Gleichzeitig wurden zahlreiche Konzepte neu gedacht, um typische Workarounds der Vergangenheit überflüssig zu machen.

Weniger Objekte, mehr Intelligenz

Ein gutes Beispiel dafür sind Feldbeschriftungen. In vielen Systemen besteht ein Eingabefeld aus mindestens zwei Objekten. Das eigentliche Feld und die dazugehörige Beschriftung müssen separat verwaltet, positioniert und übersetzt werden.

In SchallOS können Feldbeschriftungen direkt Bestandteil eines Feldobjekts sein. Für den Entwickler bleibt alles flexibel. Intern reduziert sich die Anzahl der notwendigen Objekte jedoch erheblich.

Dieser Ansatz klingt zunächst unspektakulär. In größeren Anwendungen mit tausenden Feldern macht er jedoch einen enormen Unterschied. Weniger Objekte bedeuten weniger Verwaltungsaufwand, übersichtlichere Layouts und eine einfachere Wartung.

Gleichzeitig eröffnet dieser Ansatz neue Möglichkeiten. Da Beschriftungen direkt mit dem Feld verbunden sind, können sie automatisch über die semantische Sprachschicht übersetzt werden. Der Entwickler muss nicht mehr an jeder Stelle separate Übersetzungen pflegen. Das System kennt die Bedeutung eines Feldes und kann entsprechende Sprachvarianten automatisch bereitstellen.

Dynamische Inhalte statt technischer Hilfskonstruktionen

Ein weiteres Ziel bestand darin, möglichst viele Bereiche der Plattform dynamisch nutzbar zu machen. In vielen Anwendungen entstehen zusätzliche Hilfskonstruktionen, weil bestimmte Eigenschaften keine Berechnungen unterstützen. Entwickler müssen deshalb Hilfsfelder, Trigger oder zusätzliche Skripte verwenden, um dynamische Inhalte darzustellen.

SchallOS verfolgt hier einen anderen Ansatz. Überall dort, wo Text eingegeben werden kann, sollen auch dynamische Inhalte möglich sein. Dazu gehören beispielsweise Feldbeschriftungen, Platzhaltertexte, Textobjekte, Hilfetexte oder Eigenschaften von Steuerelementen.

Zusätzlich können Berechnungen, SQL-Abfragen oder andere dynamische Ausdrücke genutzt werden. Dadurch lassen sich viele Aufgaben direkt dort lösen, wo sie benötigt werden. Die Notwendigkeit für technische Umwege reduziert sich erheblich.

Natürlich bleiben klassische Funktionen wie bedingte Formatierung, bedingte Sichtbarkeit oder dynamische Aktivierung von Objekten weiterhin Bestandteil der Plattform. Diese Mechanismen haben sich über viele Jahre bewährt und gehören nach wie vor zu den wichtigsten Werkzeugen bei der Entwicklung moderner Geschäftsanwendungen.

Vertraute Objekte, moderne Architektur

Trotz aller Neuerungen soll sich die Plattform für erfahrene Entwickler vertraut anfühlen. Deshalb enthält SchallOS weiterhin die meisten Objektarten, die man aus klassischen Entwicklungsumgebungen kennt. Felder, Buttons, Register, Steuerelemente, Listen, Container, Diagramme und weitere Objekttypen stehen weiterhin zur Verfügung.

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch unter der Oberfläche. Während viele Systeme jedes Objekt weitgehend isoliert behandeln, arbeitet SchallOS mit einer deutlich stärkeren semantischen Ebene. Objekte kennen ihre Rolle innerhalb einer Anwendung. Sie sind nicht mehr nur grafische Elemente, sondern Teil einer größeren Architektur.

Dadurch wird es möglich, Zusammenhänge zu erkennen, Übersetzungen zu automatisieren und KI-Systeme wesentlich tiefer in die Entwicklung einzubinden.

Die eigentliche Innovation: Funktionscontainer

Der sichtbarste Ausdruck dieser Philosophie sind die Funktionscontainer. Ein Funktionscontainer kann eine kleine Aufgabe übernehmen. Er kann beispielsweise ein Diagramm darstellen oder eine Suchfunktion bereitstellen.

Genauso kann ein Funktionscontainer jedoch auch einen kompletten Verwaltungsbereich enthalten. Mehrere Registerseiten, komplexe Dialoge, eigene Datenzugriffe, Sicherheitslogik und umfangreiche Benutzeroberflächen lassen sich innerhalb eines einzigen Containers zusammenfassen.

Für den Layoutmodus bleibt ein Funktionscontainer trotzdem nur ein Objekt. Dadurch verschiebt sich die Komplexität von der Oberfläche in klar definierte, wiederverwendbare Komponenten.

Eine Navigation wird zum Funktionscontainer. Eine Symbolleiste wird zum Funktionscontainer. Eine Administrationsoberfläche wird zum Funktionscontainer. Selbst komplette Fachmodule können als eigenständige Container realisiert werden. Dieser Ansatz reduziert die Anzahl sichtbarer Objekte erheblich und schafft gleichzeitig eine wesentlich klarere Architektur.

Von FileMaker-Skripten zu KI-gestützten Komponenten

Besonders interessant wird dieses Konzept durch die Verbindung mit künstlicher Intelligenz. Die ursprünglichen FileMaker-Skripte dienen dabei häufig als Wissensquelle. Sie beschreiben Geschäftslogik, Abläufe und Prozesse, die über viele Jahre hinweg entstanden sind.

Der eigentliche Programmcode eines Funktionscontainers wird jedoch nicht einfach übernommen. Stattdessen analysiert die KI die vorhandene Logik, versteht die fachliche Aufgabe und erzeugt eine moderne Implementierung innerhalb der neuen Architektur. Dadurch bleibt das Wissen erhalten, während die technische Umsetzung vollständig neu entstehen kann.

Genau hierin liegt einer der größten Vorteile der Plattform. Nicht der alte Code wird konserviert, sondern das dahinterliegende Wissen.

Migration ohne Neuanfang über die Zwischenablage

Dieses Prinzip setzt sich auch bei der Migration bestehender Lösungen fort. Wenn auf der FileMaker-Seite das MBS-Plugin installiert ist, können Tabellen, Felder, Layoutobjekte, Skripte und weitere Elemente direkt über die Zwischenablage übernommen werden. Die Plattform analysiert die Inhalte und erstellt daraus die entsprechenden Strukturen innerhalb von SchallOS.

Zusätzlich steht mit Smart Paste ein Mechanismus zur Verfügung, der weit über ein klassisches Einfügen hinausgeht. Vor dem Import kann ausgewählt werden, welche Bestandteile tatsächlich übernommen werden sollen. Gleichzeitig können Anpassungen vorgenommen werden, bevor die Daten überhaupt eingefügt werden.

Ein typisches Beispiel wäre die Umwandlung einer Angebotsmaske in eine Auftragsmaske. Statt sämtliche Felder nachträglich manuell anzupassen, können entsprechende Transformationen bereits während des Importvorgangs durchgeführt werden. Dadurch entsteht ein deutlich intelligenterer Migrationsprozess als bei klassischen Importwerkzeugen.

Die Grundlage für die nächste Generation von Geschäftsanwendungen

Funktionscontainer sind deshalb weit mehr als nur ein neuer Objekttyp. Sie bilden das Fundament einer Architektur, die konsequent auf Wiederverwendbarkeit, semantisches Wissen und KI-gestützte Entwicklung ausgerichtet ist.

Zusammen mit dem modernen Layoutmodus, der integrierten Sprachschicht, den erweiterten Objektfunktionen und den intelligenten Migrationswerkzeugen entsteht eine Plattform, die sowohl vertraut als auch grundlegend neu ist.

Das Ziel besteht nicht darin, bestehende Systeme zu kopieren. Das Ziel besteht darin, die Stärken klassischer Rapid-Development-Umgebungen zu erhalten und gleichzeitig die Möglichkeiten moderner KI-Technologien vollständig auszuschöpfen.

Migration von FileMaker zu SchallOS / gFM-NEXT

Bestandteil Migration Besonderheit
Tabellen Automatisch Übernahme von Struktur und Metadaten.
Felder Automatisch Beschreibungen werden Teil der semantischen Schicht.
Layouts Smart Paste Objekte können beim Import angepasst werden.
Skripte/CF KI-Analyse Geschäftslogik wird in Funktionscontainer überführt.
Wertelisten Automatisch Direkte Übernahme in die neue Plattform.
Module Teilautomatisch Langfristig automatische Containererkennung geplant.
Übersetzungen Semantische Sprachschicht Mehrsprachigkeit weitgehend automatisierbar.

Die technische Architektur

Wenn über neue Softwareplattformen gesprochen wird, konzentrieren sich viele Diskussionen zunächst auf sichtbare Funktionen.

  • Welche Module gibt es?
  • Welche Berichte lassen sich erstellen?
  • Welche Schnittstellen werden unterstützt?

Diese Fragen sind wichtig. Langfristig entscheidet jedoch meist etwas anderes über den Erfolg einer Plattform.

Die eigentliche Grundlage bildet die Architektur. Sie bestimmt, wie flexibel ein System erweitert werden kann, wie stabil es unter Last arbeitet, wie gut neue Technologien integriert werden können und wie einfach sich Anwendungen in Zukunft weiterentwickeln lassen.

Aus diesem Grund wurde bei der Entwicklung von SchallOS nicht zuerst über einzelne Funktionen nachgedacht. Stattdessen stand die Frage im Mittelpunkt, wie eine moderne Plattform aufgebaut sein muss, damit sie auch in fünf oder zehn Jahren noch sinnvoll erweitert werden kann.

Das Ergebnis ist eine mehrschichtige Architektur, die klassische Geschäftsanwendungen, moderne Webtechnologien und künstliche Intelligenz miteinander verbindet.

Die KI-Schicht als neue Entwicklungsebene

Eine Besonderheit von SchallOS besteht darin, dass künstliche Intelligenz nicht als zusätzliches Modul betrachtet wird. Die KI bildet vielmehr eine eigene Schicht innerhalb der Plattform.

In vielen heutigen Systemen wird KI nachträglich integriert. Ein Chatfenster wird ergänzt, ein Assistent eingebaut oder eine Schnittstelle zu einem externen Dienst geschaffen. Die eigentliche Architektur bleibt dabei unverändert.

SchallOS verfolgt einen anderen Ansatz. Die Plattform wurde von Anfang an mit dem Gedanken entwickelt, dass KI künftig eine zentrale Rolle bei Entwicklung, Dokumentation und Wartung spielen wird. Deshalb greift die KI nicht nur auf Daten zu, sondern auch auf Dokumentationen, Architekturbeschreibungen, Containerdefinitionen und semantische Informationen.

Dadurch entsteht ein System, das nicht nur Daten verwaltet, sondern auch Wissen über die eigene Struktur besitzt. Für Entwickler bedeutet das einen erheblichen Unterschied. Die KI kennt nicht nur einzelne Codefragmente, sondern versteht die Zusammenhänge innerhalb der Plattform.

Runtime-Mounts und Container Registry

Eine weitere wichtige Komponente bilden die Runtime-Mounts und die Container Registry. Moderne Anwendungen bestehen heute häufig aus vielen unabhängigen Komponenten. Navigationen, Symbolleisten, Dialoge, Fachmodule und Administrationsbereiche werden nicht mehr als starre Bestandteile eines Layouts betrachtet, sondern als eigenständige Einheiten verwaltet.

Die Container Registry übernimmt dabei die zentrale Verwaltung dieser Komponenten. Jeder Funktionscontainer besitzt eine eindeutige Identität, eigene Eigenschaften und einen definierten Lebenszyklus. Die Runtime wiederum sorgt dafür, dass die entsprechenden Komponenten zum richtigen Zeitpunkt geladen und ausgeführt werden.

Dieses Konzept bietet mehrere Vorteile. Zum einen entsteht eine klare Trennung zwischen Layout und Funktionalität. Zum anderen können Komponenten unabhängig voneinander weiterentwickelt, ersetzt oder erweitert werden.

Darüber hinaus schafft die Registry eine Grundlage für spätere Funktionen wie Versionsverwaltung, Signierung, Sicherheitsstufen oder zentrale Komponentenbibliotheken.

IndexedDB als lokale Wahrheitsschicht

Für die lokale Speicherung nutzt SchallOS bewusst moderne Browsertechnologien. Eine zentrale Rolle spielt dabei IndexedDB. Dabei handelt es sich um eine leistungsfähige Datenbanktechnologie, die direkt im Browser verfügbar ist und auch große Datenmengen effizient verwalten kann. Im Gegensatz zu klassischen Browser-Speichern wurde IndexedDB ausdrücklich für komplexe Anwendungen entwickelt.

Für SchallOS bietet dies mehrere Vorteile. Layouts, Konfigurationen, Metadaten und weitere Informationen können lokal gespeichert werden. Anwendungen bleiben dadurch auch ohne permanente Netzwerkverbindung nutzbar. Gleichzeitig entstehen kurze Reaktionszeiten, da viele Daten direkt auf dem lokalen System verfügbar sind.

Gerade für Entwicklungswerkzeuge und umfangreiche Geschäftsanwendungen ist dies ein wichtiger Faktor.

Committed-First statt Cache-Chaos

Während der Entwicklung zeigte sich schnell, dass moderne Anwendungen nicht nur schnelle Speicher benötigen, sondern auch eine klare Wahrheitsschicht.

Viele Systeme arbeiten mit unterschiedlichen Caches, Zwischenspeichern und temporären Zuständen. Das kann zwar die Geschwindigkeit erhöhen, führt langfristig jedoch häufig zu schwer nachvollziehbaren Fehlern.

Deshalb setzt SchallOS auf eine sogenannte Committed-First-Architektur. Neue Informationen gelten erst dann als gültig, wenn sie erfolgreich gespeichert und verifiziert wurden. Erst anschließend werden sie für andere Komponenten sichtbar.

Dieser Ansatz sorgt für eine deutlich höhere Konsistenz innerhalb des Systems. Gleichzeitig vereinfacht er die Fehlersuche und reduziert die Gefahr widersprüchlicher Zustände. Gerade bei komplexen Layoutoperationen und der Verwaltung vieler Komponenten hat sich dieses Konzept als äußerst hilfreich erwiesen.

PostgreSQL für Netzwerk und Mehrbenutzerbetrieb

Lokale Speicherung allein reicht für professionelle Geschäftsanwendungen natürlich nicht aus. Deshalb bildet PostgreSQL die Grundlage für Netzwerkbetrieb, Teamarbeit und serverbasierte Installationen.

PostgreSQL gehört seit vielen Jahren zu den leistungsfähigsten und zuverlässigsten Open-Source-Datenbanksystemen überhaupt. Die Datenbank wird weltweit in Unternehmensanwendungen, Cloud-Plattformen und großen Webdiensten eingesetzt. Durch die Kombination aus IndexedDB und PostgreSQL entsteht eine flexible Architektur.

Einzelplatzlösungen können lokal betrieben werden. Mehrbenutzerumgebungen nutzen PostgreSQL als zentrale Datenbasis. Gleichzeitig bleiben hybride Szenarien möglich, bei denen lokale Datenhaltung und zentrale Serverstrukturen miteinander kombiniert werden.

Dadurch entsteht eine Plattform, die sowohl kleine Einzelplatzanwendungen als auch umfangreiche Unternehmenslösungen unterstützen kann.

Eine Architektur für die nächsten Jahre

Die technische Architektur von SchallOS verfolgt letztlich ein einfaches Ziel. Komplexität soll nicht verschwinden. Komplexität soll an die richtige Stelle verschoben werden.

Der Anwender soll sich auf seine Arbeit konzentrieren können. Der Entwickler soll sich auf Geschäftslogik und Fachwissen konzentrieren können. Die technische Infrastruktur übernimmt die Aufgabe, Daten, Komponenten und Prozesse zuverlässig miteinander zu verbinden.

KI-Schicht, Container Registry, Runtime-Mounts, IndexedDB, PostgreSQL und die Committed-First-Architektur bilden dabei keine Sammlung einzelner Technologien. Sie sind Teil eines Gesamtkonzepts.

Dieses Konzept soll die Grundlage für eine neue Generation von Geschäftsanwendungen schaffen. Anwendungen, die moderne Webtechnologien nutzen, gleichzeitig aber die Geschwindigkeit, Flexibilität und Produktivität klassischer Rapid-Development-Systeme bewahren.

Runtimes, Deployment und die Rückkehr der Einfachheit

Wer bereits vor zwanzig oder dreißig Jahren Geschäftsanwendungen entwickelt hat, erinnert sich oft an eine Zeit, in der Softwareverteilung erstaunlich unkompliziert war. Eine Anwendung wurde erstellt, getestet und anschließend an den Kunden ausgeliefert. In vielen Fällen genügte eine Installation, und die Software war sofort einsatzbereit.

Natürlich waren die damaligen Systeme technisch deutlich einfacher als heutige Lösungen. Dennoch besaßen sie einen entscheidenden Vorteil: Die Komplexität war für Entwickler und Anwender überschaubar.

In den vergangenen Jahren hat sich die Situation deutlich verändert. Moderne Anwendungen bestehen häufig aus zahlreichen Komponenten. Webserver, Datenbanken, Zertifikate, Cloud-Dienste, Sicherheitsrichtlinien, Container-Technologien und Hosting-Plattformen müssen miteinander kombiniert werden. Für große Unternehmen ist das selbstverständlich. Für viele kleinere Unternehmen und unabhängige Entwickler stellt diese Entwicklung jedoch eine erhebliche Hürde dar.

Dabei wünschen sich viele Anwender im Grunde nur eines: Eine Anwendung, die zuverlässig funktioniert und sich unkompliziert bereitstellen lässt. Genau an diesem Punkt setzt die Deployment-Strategie von SchallOS an.

Einzelplatzbetrieb ohne unnötige Hürden

Nicht jede Anwendung benötigt einen Server, eine Cloud-Infrastruktur oder eine komplexe Netzwerkarchitektur. Viele Lösungen werden von einzelnen Anwendern oder kleinen Teams genutzt. In solchen Szenarien sollte die technische Infrastruktur möglichst wenig Aufmerksamkeit erfordern.

Durch die Kombination aus modernen Webtechnologien und lokaler Datenhaltung entsteht die Möglichkeit, Anwendungen auch ohne permanente Serveranbindung zu betreiben. Layouts, Einstellungen, Metadaten und weitere Informationen können lokal gespeichert werden. Dadurch bleiben Anwendungen schnell, flexibel und unabhängig von einer ständigen Internetverbindung.

Dieser Ansatz erinnert bewusst an die Einfachheit klassischer Entwicklungsumgebungen. Moderne Technologien werden genutzt, ohne den Anwender mit unnötiger Komplexität zu belasten.

Netzwerkbetrieb für Teams und Unternehmen

Sobald mehrere Benutzer gemeinsam arbeiten, ändern sich die Anforderungen. Daten müssen zentral gespeichert werden. Benutzerrechte müssen verwaltet werden. Änderungen müssen für alle Beteiligten verfügbar sein.

Deshalb unterstützt die Architektur von SchallOS von Beginn an auch den klassischen Mehrbenutzerbetrieb. Durch PostgreSQL als zentrale Datenbasis können Anwendungen im Netzwerk betrieben werden, ohne dass unterschiedliche Versionen einer Lösung gepflegt werden müssen. Daten stehen zentral zur Verfügung, während die Benutzeroberflächen weiterhin flexibel bleiben.

Für Unternehmen bedeutet dies einen wichtigen Vorteil. Dieselbe Anwendung kann sowohl lokal als Einzelplatzlösung als auch in einer größeren Mehrbenutzerumgebung eingesetzt werden. Der Wechsel zwischen unterschiedlichen Betriebsmodellen soll dadurch deutlich einfacher werden als bei vielen traditionellen Systemen.

Browserbetrieb als Standard

Die Entwicklung moderner Geschäftsanwendungen findet heute überwiegend im Browser statt. Dafür gibt es gute Gründe. Browser sind plattformübergreifend verfügbar, benötigen keine aufwendigen Installationen und ermöglichen schnelle Updates.

Aus diesem Grund basiert SchallOS vollständig auf modernen Webtechnologien. Der Browser wird dabei nicht als Einschränkung betrachtet, sondern als Laufzeitumgebung. Leistungsfähige Datenhaltung, lokale Speicherung, moderne Benutzeroberflächen und komplexe Geschäftslogik können heute direkt innerhalb des Browsers ausgeführt werden.

Dadurch entsteht eine Plattform, die auf Windows, macOS, Linux und vielen weiteren Systemen genutzt werden kann, ohne dass für jede Plattform eine eigene Anwendung entwickelt werden muss.

Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit erhalten, Anwendungen später auch in andere Betriebsformen zu überführen.

SaaS und zentrale Bereitstellung

Neben lokalen Installationen und Netzwerkumgebungen spielt selbstverständlich auch Software as a Service eine wichtige Rolle. Viele Unternehmen bevorzugen heute zentrale Lösungen, die über das Internet bereitgestellt werden. Updates werden automatisch verteilt, Benutzer greifen von unterschiedlichen Standorten auf dieselbe Anwendung zu und die technische Infrastruktur wird zentral verwaltet.

Die Architektur von SchallOS berücksichtigt deshalb von Anfang an auch SaaS-Szenarien. Durch die klare Trennung von Benutzeroberfläche, Runtime und Datenhaltung können Anwendungen sowohl lokal als auch zentral betrieben werden. Entwickler müssen ihre Lösungen nicht für jede Betriebsform neu erstellen. Stattdessen entsteht eine gemeinsame technische Grundlage, die unterschiedliche Deployment-Modelle unterstützt.

Flexible Deployment-Strategien statt technischer Sackgassen

Ein häufiges Problem moderner Softwareplattformen besteht darin, dass frühe Architekturentscheidungen spätere Erweiterungen erschweren.

Wer sich für eine bestimmte Betriebsform entscheidet, muss oft dauerhaft dabei bleiben. Ein Wechsel von einer lokalen Installation in die Cloud oder von einer Cloud-Lösung in eine lokale Umgebung kann aufwendig und kostspielig werden.

SchallOS verfolgt hier bewusst einen anderen Ansatz. Die Plattform soll Entwicklern möglichst viele Optionen offenhalten. Einzelplatzbetrieb, Netzwerkbetrieb, Browseranwendungen und SaaS-Lösungen werden nicht als konkurrierende Konzepte betrachtet. Sie sind unterschiedliche Einsatzszenarien derselben Architektur.

Dadurch können Entwickler die Betriebsform wählen, die für ihre Kunden und Projekte am besten geeignet ist.

Die Rückkehr der Einfachheit

Vielleicht ist genau dies der wichtigste Gedanke hinter dem Deployment-Konzept von SchallOS. Die technische Welt wird in den kommenden Jahren nicht einfacher werden. Neue Technologien, neue Sicherheitsanforderungen und neue Integrationen werden weiterhin entstehen.

Gleichzeitig sollte moderne Softwareentwicklung nicht unnötig kompliziert sein. Viele Entwickler erinnern sich noch an eine Zeit, in der Anwendungen schnell erstellt, einfach verteilt und problemlos gewartet werden konnten. Diese Einfachheit war einer der Gründe, warum Rapid-Development-Systeme über Jahrzehnte hinweg so erfolgreich waren.

SchallOS versucht nicht, die Vergangenheit zu kopieren. Die technischen Anforderungen moderner Anwendungen sind dafür zu unterschiedlich. Das Ziel besteht vielmehr darin, die Einfachheit früherer Entwicklungsumgebungen mit den Möglichkeiten moderner Webtechnologien zu verbinden. Entwickler sollen sich auf ihre Anwendungen konzentrieren können und nicht auf die Komplexität der Infrastruktur.

Wenn dies gelingt, entsteht eine Plattform, die nicht nur leistungsfähig ist, sondern auch wieder Spaß macht. Genau darin liegt letztlich die Idee hinter Runtimes, flexiblem Deployment und der bewussten Rückkehr zu einer einfacheren Art der Softwareentwicklung.

Deployment-Möglichkeiten mit SchallOS

Deployment-Typ Technische Basis Typischer Einsatz
Einzelplatz Browser + IndexedDB Selbständige und kleine Unternehmen.
Netzwerkbetrieb Browser + PostgreSQL Arbeitsgruppen und Teams.
Unternehmensserver PostgreSQL Server Mehrbenutzerbetrieb im Unternehmen.
SaaS Cloud-Infrastruktur Mandantenfähige Online-Lösungen.
Hybridbetrieb IndexedDB + PostgreSQL Offline-Arbeit mit Synchronisation.
Runtime Verpackte Anwendung Einfache Verteilung an Endkunden.

Der Fahrplan: gFM-Business 9 als Brücke zur nächsten Generation

Die kommenden Monate markieren einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von gFM-Business und SchallOS. Für September 2026 ist die Veröffentlichung von gFM-Business 9 für FileMaker und gFM-NEXT auf der SchallOS-Plattform geplant. Dabei handelt es sich nicht einfach um ein weiteres Update einer bestehenden ERP-Lösung. Vielmehr übernimmt diese Version eine besondere Rolle innerhalb der zukünftigen Strategie.

gFM-Business 9 wird die letzte große Hauptversion auf klassischer FileMaker-Basis sein. Das bedeutet nicht, dass die Lösung verschwindet. Im Gegenteil. Bestehende Kunden können die Software weiterhin produktiv einsetzen, bestehende Installationen bleiben erhalten und auch neue Installationen werden weiterhin möglich sein.

gFM-NEXT - KI-gestützte Business-PlattformGleichzeitig wird gFM-Business 9 jedoch die technische Grundlage für den Übergang zur nächsten Plattformgeneration schaffen. Im Mittelpunkt steht dabei der neue Migrationsassistent. Dieser soll es ermöglichen, bestehende angepasste Lösungen offener Lizenzen deutlich einfacher auf die neue Architektur zu übertragen. Tabellenstrukturen, Felder, Layouts, Skripte und weitere Komponenten können analysiert und für die Migration vorbereitet werden. Dadurch entsteht erstmals eine direkte Verbindung zwischen der bestehenden FileMaker-Welt und der neuen SchallOS-Plattform.

SchallOS als Entwicklungsplattform

Etwa zwei Monate nach der Veröffentlichung von gFM-Business 9 soll die erste öffentliche Version der SchallOS Business-Plattform erscheinen. Der Schwerpunkt liegt dabei nicht auf Endanwendern, sondern auf Entwicklern.

SchallOS wird in seiner ersten Ausbaustufe vor allem eine Entwicklungsplattform für FileMaker-Entwickler sein. Zielgruppe sind Entwickler und Unternehmen, die ihre bestehenden Lösungen modernisieren, erweitern oder langfristig auf eine neue technologische Basis stellen möchten.

Dabei steht nicht die vollständige Neuerstellung bestehender Anwendungen im Vordergrund. Viel wichtiger ist die Möglichkeit, vorhandene Investitionen zu bewahren und schrittweise in die neue Architektur zu überführen. Die ersten Versionen werden daher besonders stark auf folgende Bereiche fokussiert sein:

  • Migration bestehender Lösungen
  • Layoutentwicklung
  • Funktionscontainer
  • semantische Wissensschichten
  • KI-gestützte Entwicklung
  • moderne Deployment-Modelle

Bereits heute zeigt sich, dass dieser Ansatz erhebliche Potenziale bietet. Viele Aufgaben, die bisher aufwendig manuell umgesetzt werden mussten, lassen sich durch die Kombination aus dokumentiertem Fachwissen und KI-Unterstützung deutlich effizienter realisieren.

Langfristige Perspektive

Die Veröffentlichung von SchallOS stellt nicht das Ende der Entwicklung dar, sondern den Beginn einer neuen Phase. Viele der heute diskutierten Konzepte werden sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Dazu gehören unter anderem intelligente Migrationstechnologien, automatische Containererkennung, semantische Entwicklungswerkzeuge und KI-gestützte Architekturfunktionen.

Ein langfristiges Ziel besteht darin, bestehende Anwendungen nicht nur technisch zu importieren, sondern ihre Struktur und Bedeutung zu verstehen. Je mehr Wissen innerhalb der Plattform verfügbar ist, desto besser können zukünftige KI-Systeme bei Entwicklung, Wartung und Erweiterung unterstützen.

Die erste Version von SchallOS bildet dafür das Fundament. Die eigentliche Reise beginnt danach.

Der Server-Manager von gFM-NEXT und SchallOS

Early-Bird-Phase bis zum 31 Juli verlängert

Die Entwicklung der kommenden Versionen hat in den vergangenen Monaten großes Interesse ausgelöst. Zahlreiche Kunden, Entwickler und Interessenten verfolgen die Entwicklung von gFM-Business und SchallOS bereits seit einiger Zeit und möchten die nächsten Schritte aktiv begleiten.

Aus diesem Grund wird die ursprünglich geplante Early-Bird-Phase verlängert. Interessenten erhalten noch bis zum 31.07. die Möglichkeit, von einem Preisvorteil von 20 Prozent zu profitieren. Die Aktion gilt dabei nicht nur für Neukunden, sondern ausdrücklich auch für bestehende Kunden, die ein Upgrade ihrer vorhandenen Lösung planen.

Investitionssicherheit für bestehende Lösungen

Ein wichtiger Punkt betrifft bestehende gFM-Business-Anwender. Mit der Veröffentlichung von gFM-Business 9 endet nicht die Nutzbarkeit der FileMaker-Version. Die Lösung bleibt weiterhin verfügbar und produktiv einsetzbar.

Gleichzeitig wird die funktionale Weiterentwicklung künftig zunehmend in Richtung SchallOS verlagert. Dadurch entsteht für bestehende Kunden eine klare Perspektive. Investitionen in gFM-Business bleiben erhalten und können später schrittweise in die neue Plattformgeneration überführt werden.

Genau dieser Gedanke begleitet die gesamte Strategie hinter SchallOS. Nicht bei Null anfangen oder bestehendes Wissen verwerfen, sondern vorhandene Erfahrungen, Prozesse und Lösungen in eine moderne Architektur überführen und damit die Grundlage für die nächste Generation von Geschäftsanwendungen schaffen.

Bewährtes Wissen in die Zukunft übertragen

Die Geschichte von SchallOS beginnt nicht mit künstlicher Intelligenz. Sie beginnt auch nicht mit modernen Webtechnologien, PostgreSQL oder Funktionscontainern. Sie beginnt mit einer einfachen Frage:

Wie kann man jahrzehntelang aufgebautes Wissen in eine neue technologische Generation überführen, ohne wieder bei Null anfangen zu müssen?

Genau diese Frage beschäftigt viele Entwickler und Unternehmen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden unzählige Anwendungen entwickelt, Prozesse optimiert und Erfahrungen gesammelt. Oft stecken darin tausende Arbeitsstunden und ein enormes Fachwissen. Gleichzeitig verändern sich Technologien immer schneller. Neue Plattformen entstehen, alte Systeme verschwinden und viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Investitionen zu schützen und trotzdem zukunftsfähig zu bleiben.

Hier setzt SchallOS an. Das Ziel besteht nicht darin, bestehende Lösungen durch etwas völlig Neues zu ersetzen. Vielmehr soll eine Brücke zwischen bewährten Systemen und modernen Technologien entstehen. Eine Anwendung, die heute in FileMaker entwickelt wurde, soll nicht zwangsläufig ihr Erscheinungsbild, ihre Bedienung oder ihre Geschäftslogik verlieren, nur weil sie auf eine neue technische Plattform wechselt.

Im Idealfall sieht die Anwendung nach der Migration für den Anwender nahezu identisch aus. Die Arbeitsabläufe bleiben erhalten. Die Benutzer finden sich weiterhin zurecht. Gleichzeitig arbeitet die Lösung intern auf einer modernen Architektur mit neuen Möglichkeiten für Erweiterung, Automatisierung und Skalierung.

Besonders spannend wird dieser Ansatz durch die semantische Schicht. Sobald eine Anwendung nicht mehr nur aus Feldern, Tabellen und Skripten besteht, sondern ihre eigene Bedeutung kennt, entstehen völlig neue Möglichkeiten. Übersetzungen können automatisiert werden. Dokumentationen lassen sich automatisch erzeugen oder aktualisieren. KI-Systeme können Geschäftsprozesse verstehen, statt lediglich Programmcode zu analysieren. Dadurch entsteht ein fundamentaler Unterschied zu vielen bisherigen Entwicklungsansätzen. Während klassische Systeme hauptsächlich Daten verwalten, kann eine semantische Plattform zunehmend Wissen verwalten. Genau darin liegt aus meiner Sicht eine der größten Chancen der kommenden Jahre.

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Die Diskussion über künstliche Intelligenz konzentriert sich häufig auf Texte, Bilder oder Chatbots. Für Entwickler liegt die eigentliche Revolution jedoch an einer anderen Stelle. KI ermöglicht es erstmals, jahrzehntelang aufgebautes Fachwissen direkt in moderne Softwarearchitekturen einfließen zu lassen. Die Erfahrung des Entwicklers wird dadurch nicht ersetzt. Sie wird verstärkt.

SchallOS versteht sich deshalb nicht als Gegenmodell zu bestehenden Entwicklungsplattformen. Die Plattform entstand vielmehr aus der Überzeugung, dass bewährte Konzepte weiterhin wertvoll sind. Schnelle Entwicklung, visuelle Gestaltung, flexible Datenmodelle und produktive Werkzeuge bleiben auch in Zukunft wichtig. Gleichzeitig eröffnen moderne Webtechnologien, semantische Wissensschichten und KI-gestützte Entwicklung Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären.

Die kommenden Versionen von gFM-Business 9 und SchallOS markieren deshalb nicht das Ende einer bestehenden Produktlinie, sondern den Beginn einer neuen Entwicklungsstufe. Eine Entwicklungsstufe, in der bestehende Investitionen erhalten bleiben können, während gleichzeitig neue Technologien nutzbar werden.

Nach mehr als dreißig Jahren Softwareentwicklung bin ich heute überzeugter denn je, dass Wissen die wertvollste Ressource eines Unternehmens ist. Datenbanken, Programmiersprachen und technische Plattformen werden sich weiter verändern.

Das Wissen über Kunden, Prozesse, Produkte und Geschäftsabläufe bleibt hingegen der eigentliche Kern jeder erfolgreichen Anwendung.


Häufig gestellte Fragen

  1. Was ist SchallOS eigentlich genau?
    SchallOS ist eine neue Entwicklungsplattform für Geschäftsanwendungen, die aus mehr als 30 Jahren praktischer Erfahrung mit FileMaker und der Entwicklung von gFM-Business entstanden ist. Ziel ist es, bewährte Konzepte klassischer Rapid-Development-Systeme mit modernen Webtechnologien, künstlicher Intelligenz und einer semantischen Wissensschicht zu verbinden. Dabei steht nicht die Neuerfindung aller Prozesse im Vordergrund, sondern die Überführung bestehender Lösungen in eine moderne Architektur.
  2. Soll SchallOS FileMaker komplett ersetzen?
    Nein. SchallOS entstand nicht aus dem Wunsch, FileMaker zu ersetzen. Vielmehr soll die Plattform eine Möglichkeit schaffen, bestehendes Wissen und bestehende Lösungen in eine neue technologische Generation zu überführen. FileMaker bleibt weiterhin eine leistungsfähige Entwicklungsumgebung, mit der sich sehr schnell und effektiv Software entwickeln lässt. SchallOS soll zusätzliche Möglichkeiten schaffen, insbesondere im Bereich KI, moderne Webarchitektur und flexible Deployment-Modelle.
  3. Warum wurde SchallOS überhaupt entwickelt?
    Die Entwicklung entstand aus der Beobachtung, dass viele Unternehmen und Entwickler über Jahrzehnte hinweg wertvolle Lösungen aufgebaut haben. Gleichzeitig verändern sich Technologien immer schneller. SchallOS soll verhindern, dass dieses Wissen verloren geht, nur weil sich die technische Grundlage verändert. Ziel ist es, bestehende Investitionen zu schützen und gleichzeitig moderne Technologien nutzbar zu machen.
  4. Was unterscheidet SchallOS von klassischen Low-Code-Plattformen?
    Der wichtigste Unterschied liegt in der Kombination aus semantischem Wissen, KI-Unterstützung und Migrationsfähigkeit. Während viele Plattformen vor allem Werkzeuge zur Entwicklung neuer Anwendungen bereitstellen, verfolgt SchallOS zusätzlich das Ziel, bestehende Lösungen zu verstehen und zu übernehmen. Dabei spielt die semantische Wissensschicht eine zentrale Rolle.
  5. Was sind Funktionscontainer?
    Funktionscontainer sind intelligente Komponenten, die einen Teil oder sogar die gesamte Funktionalität eines Moduls übernehmen können. Eine Navigation, eine Symbolleiste, eine Suchmaske oder sogar eine komplette Administrationsoberfläche können als Funktionscontainer umgesetzt werden. Dadurch reduziert sich die Anzahl einzelner Objekte erheblich, während die Wiederverwendbarkeit und Wartbarkeit steigt.
  6. Warum sind Funktionscontainer so wichtig?
    Funktionscontainer verschieben die Komplexität aus dem Layout in klar definierte Komponenten. Statt hunderte einzelne Objekte und Skripte verwalten zu müssen, entstehen eigenständige Funktionsbausteine mit einer klaren Aufgabe. Dadurch werden Anwendungen übersichtlicher, leichter wartbar und deutlich besser für den Einsatz künstlicher Intelligenz geeignet.
  7. Kann eine bestehende FileMaker-Lösung nach SchallOS migriert werden?
    Genau dafür wird derzeit die Migrationsschicht entwickelt. Ziel ist es, Tabellen, Felder, Layouts, Skripte und weitere Bestandteile bestehender FileMaker-Lösungen möglichst weitgehend zu übernehmen. Langfristig soll die Plattform nicht nur Daten importieren, sondern die Struktur und Bedeutung einer Anwendung verstehen können.
  8. Bleibt das Erscheinungsbild meiner Anwendung bei einer Migration erhalten?
    Das ist eines der wichtigsten Entwicklungsziele. Eine migrierte Anwendung soll für Anwender möglichst vertraut bleiben. Layouts, Bedienkonzepte und Arbeitsabläufe können weitgehend, meist sogar vollständig erhalten werden, während die technische Grundlage modernisiert wird. Dadurch wird die Umstellung für Unternehmen deutlich einfacher.
  9. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in SchallOS?
    KI ist nicht nur ein zusätzliches Modul, sondern ein zentraler Bestandteil der Architektur. Sie unterstützt bei Entwicklung, Dokumentation, Analyse, Migration und später auch bei der Erweiterung bestehender Lösungen. Die Plattform wurde von Anfang an so konzipiert, dass KI-Systeme die zugrunde liegenden Strukturen verstehen können.
  10. Was bedeutet semantische Wissensschicht?
    Eine semantische Wissensschicht beschreibt nicht nur technische Strukturen, sondern auch deren Bedeutung. Die Plattform weiß nicht nur, dass ein Feld existiert, sondern versteht auch, wofür dieses Feld verwendet wird. Dadurch werden intelligente Funktionen wie automatische Dokumentation, Übersetzungen und KI-gestützte Entwicklung überhaupt erst möglich.
  11. Können Anwendungen automatisch in andere Sprachen übersetzt werden?
    Die semantische Architektur von SchallOS schafft die Grundlage dafür. Da die Plattform die Bedeutung von Feldern, Beschriftungen und Objekten kennt, können Übersetzungen deutlich stärker automatisiert werden als in klassischen Systemen. Das reduziert den Pflegeaufwand erheblich und erleichtert internationale Projekte.
  12. Welche Datenbank wird von SchallOS verwendet?
    Für lokale Anwendungen wird IndexedDB genutzt. Für Mehrbenutzerumgebungen und Serverlösungen kommt PostgreSQL zum Einsatz. Dadurch können sowohl Einzelplatzanwendungen als auch größere Unternehmenslösungen auf derselben Plattform betrieben werden.
  13. Warum setzt SchallOS auf PostgreSQL?
    PostgreSQL gehört zu den leistungsfähigsten und zuverlässigsten Datenbanksystemen weltweit. Die Datenbank ist flexibel, skalierbar und hervorragend für professionelle Geschäftsanwendungen geeignet. Gleichzeitig ermöglicht sie einen offenen und zukunftssicheren Technologieansatz.
  14. Was bedeutet Committed-First-Architektur?
    Bei diesem Ansatz gelten Änderungen erst dann als gültig, wenn sie erfolgreich gespeichert und verifiziert wurden. Dadurch entsteht eine eindeutige Wahrheitsschicht innerhalb der Plattform. Fehler durch veraltete Caches oder widersprüchliche Zustände können so deutlich reduziert werden.
  15. Welche Vorteile bietet der neue Layoutmodus?
    Der Layoutmodus verbindet die Präzision klassischer Entwicklungsumgebungen mit modernen Möglichkeiten. Raster, Hilfslinien, magnetische Ausrichtung und viele weitere Funktionen stehen zur Verfügung. Gleichzeitig wurden zahlreiche Konzepte neu gedacht, um typische Workarounds älterer Systeme künftig überflüssig zu machen.
  16. Wann erscheint gFM-Business 9 für die FileMaker-Plattform?
    Die Veröffentlichung von gFM-Business 9 ist für September 2026 geplant. Die Version enthält zahlreiche Verbesserungen sowie den neuen Migrationsassistenten, der die Grundlage für den späteren Wechsel zu SchallOS schaffen soll.
  17. Wann wird SchallOS verfügbar sein?
    Die erste öffentliche Version von SchallOS ist nach aktueller Planung etwa zwei Monate nach gFM-Business 9 vorgesehen. Der Fokus liegt zunächst auf Entwicklern und Unternehmen, die bestehende Lösungen auf die neue Plattform übertragen möchten.
  18. Für wen eignet sich SchallOS besonders?
    Die Plattform richtet sich vor allem an FileMaker-Entwickler, bestehende gFM-Business-Kunden und Unternehmen mit langfristig gewachsenen Geschäftsanwendungen. Besonders interessant ist SchallOS für alle, die ihre vorhandenen Investitionen schützen und gleichzeitig von modernen Technologien und künstlicher Intelligenz profitieren möchten.

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